Stichwort: Bioverträglichkeit
Vitaminreiche Ernährung, Fitness und Entspannung: Die meisten Menschen legen heute viel Wert auf eine gesundheitsbewusste Lebensweise. Umso kritischer wird nachgefragt, welche medizinischen Materialien für den Einsatz im Körper – beispielsweise im Mund – geeignet sind. Gerade weil immer mehr Menschen unter Allergien leiden, stellt sich bei Füllungen und Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
, die viele Jahre lang im Mund bleiben, die Frage nach der dauerhaften Bioverträglichkeit Bioverträglichkeit
Beschreibt den Grad der Gewebeverträglichkeit eines in den Körper eingesetzten oder mit seiner Oberfläche in Kontakt kommenden Werkstoffes bzw. Medikamentes. Der Werkstoff Keramik besitzt eine sehr gute Bioverträglichkeit, ebenso wie Titan.
der verwendeten Werkstoffe. Doch was bedeutet eigentlich „bioverträglich“?
„Ein Material ist dann bioverträglich, wenn es sich im Körper neutral verhält, also wenn es keine allergischen oder gar toxischen (giftigen) Reaktionen auslöst – auch nicht nach Jahren“, erklärt Dr. M. Oliver Ahlers, proDente-Experte und Oberarzt am Zentrum für Zahn- Zahn-
Fachausdruck: Dens. Dient der Nahrungszerkleinerung und beeinflusst die Lautbildung. Der Zahn besteht aus der Zahnkrone und der Zahnwurzel. Das Zahninnere nennt man Zahnmark (Pulpa); es ist von Zahnbein (Dentin) umschlossen. Das Dentin wiederum wird im Bereich der Zahnkrone von Zahnschmelz und im Bereich der Zahnwurzel von Wurzelzement umgeben. Im Milchzahngebiss sind 20 Zähne (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht Backenzähne) vorhanden. Mit ca. sechs Jahren beginnt der Zahnwechsel. Die Milchzähne werden durch die bleibenden Zähne ersetzt und weitere bleibende Zähne wachsen dazu, so dass im bleibenden Gebiss inklusive der Weisheitszähne 32 Zähne vorhanden sind (acht Schneidezähne, vier Eckzähne, acht kleine Backenzähne (Prämolaren), zwölf große Backenzähne (Molaren)).
, Mund- und Kieferheilkunde am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Für Werkstoffe in der Zahnmedizin ging es dabei bisher vor allem um die Korrosionsbeständigkeit:
Alle Materialien sind im Mund durch den sauren Speichel Speichel
Sekret, das aus den drei großen Speicheldrüsen (Sublingualis, Sumandibularis und Parotis=Ohrspeicheldrüse) und aus den kleinen Speicheldrüsen gebildet wird. Besteht zu 99 % aus Wasser, anorganischen (Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Fluorid, Hydrogencarbonat) und organischen Substanzen. Speichel enthält Eiweiß (Mucin: Schleimstoff) und Enzyme (z.B. für die Kohlenhydratverdauung). Speichel wird ständig abgesondert: in Ruhe normal 0,3 ml/min. Die Reizspeichelmenge beträgt dagegen ca. 1 ml/min. Die Speichelproduktion wird reflektorisch durchs Kauen, aber auch durch Gerüche, Hunger und psychische Faktoren ausgelöst. Die Funktion des Speichels ist vielseitig: Feuchthalten der Mundhöhle, Spülfunktion, Lösen von Geschmacksstoffen, Benetzen von Speisen, Pufferung von Säuren, Remineralisation des Zahnschmelzes, antibakterielle Wirkung und Andauen der Nahrung durch die enthaltenen Enzyme.
oder den Abrieb beim Kauen mehr oder weniger stark löslich. Als bioverträglich gelten sie nur, wenn so minimale Mengen in Lösung gehen, dass diese auch langfristig keine negativen Auswirkungen haben. Diese Mundbeständigkeit ist gleich von mehreren Faktoren abhängig:
- von der Zusammensetzung des Materials
- vom Herstellungsverfahren
- der korrekten Verarbeitung durch Zahntechniker und -arzt und
- von den Bedingungen im Mund, vor allem von der Zusammensetzung des Speichels
Keramik und Titan sind am besten verträglich
„Mit Abstand an der Spitze der Bioverträglichkeit Bioverträglichkeit
Beschreibt den Grad der Gewebeverträglichkeit eines in den Körper eingesetzten oder mit seiner Oberfläche in Kontakt kommenden Werkstoffes bzw. Medikamentes. Der Werkstoff Keramik besitzt eine sehr gute Bioverträglichkeit, ebenso wie Titan.
der in der Zahnmedizin verwendeten Materialien liegen Titan Titan
Leichtes, schmiedbares Metall, sehr bioverträglich, das vor allem bei der Herstellung von Implantaten verwendet wird.
und Keramik“, so Dr. Ahlers. Titan Titan
Leichtes, schmiedbares Metall, sehr bioverträglich, das vor allem bei der Herstellung von Implantaten verwendet wird.
ist der einzige Werkstoff aus Reinmetall. Er ist außergewöhnlich gut verträglich und absolut neutral. Neben seiner Korrosionsbeständigkeit ist Titan Titan
Leichtes, schmiedbares Metall, sehr bioverträglich, das vor allem bei der Herstellung von Implantaten verwendet wird.
zudem ein Material, dass sich vor allem durch sein geringes allergenes Potential auszeichnet: bisher wurden praktisch keinerlei allergische Reaktionen gegen Titan Titan
Leichtes, schmiedbares Metall, sehr bioverträglich, das vor allem bei der Herstellung von Implantaten verwendet wird.
als medizinischen Werkstoff beobachtet. Titan Titan
Leichtes, schmiedbares Metall, sehr bioverträglich, das vor allem bei der Herstellung von Implantaten verwendet wird.
wird vor allem für Implantate eingesetzt.
Ebenfalls ausgezeichnet bioverträglich sind die verschiedenen Keramikwerkstoffe. Sie besitzen von Natur aus eine so geringe Löslichkeit, dass sie für die Verwendung im Mund bestens geeignet sind – das belegen auch positive Langzeiterfahrungen. Kombiniert mit ihren optischen Vorzügen ist Keramik Keramik
Keramische Massen; z.B. aus Feldspat, Quarz und Kaolin (Feldspatkeramik) als Verblendungs- oder Gerüstwerkstoff, um z. B. Kronen mit Metallgerüst zahnfarben erscheinen zu lassen; als Werkstoff für vollkeramische Kronen, Inlays, Teilkronen, Verblendschalen und Wurzelkanalstifte. Keramikmassen sind hinsichtlich der Lichtbrechung, Brillanz und Festigkeit der natürlichen Zahnhartsubstanz sehr ähnlich. Sie haben außerdem eine hohe Bioverträglichkeit, Farbbeständigkeit, Härte, chemische Widerstandsfähigkeit und eine geringe Neigung Zahnbeläge anzulagern. Von Nachteil ist ihre Bruchanfälligkeit, so dass sie für herausnehmbaren Zahnersatz als Verblendwerkstoff nicht eingesetzt werden (Bruchgefahr, wenn Prothese runterfällt). Erst durch Anwendung der Adhäsivtechnik zur Befestigung der vollkeramischen Restaurationen an der Zahnhartsubstanz hat (Voll-)Keramik an Bedeutung gewonnen und stellt heute eine Alternative zu Zahnersatz/Füllungen aus Metalllegierungen und Komposits dar.
eine ästhetisch ansprechende und sehr gut verträgliche Lösung für Kronen, Brücken und Inlays.
Ein für Gußrestaurationen häufig benutzter Werkstoff ist Gold Gold
Es ist das dehnbarste aller Metalle und ist sehr widerstandsfähig gegen Säuren. Aufgrund seiner langen Haltbarkeit wird es oft für Zahneinlagefüllungen (-> Inlay) und Kronen verwendet.
– allerdings kein reines Gold Gold
Es ist das dehnbarste aller Metalle und ist sehr widerstandsfähig gegen Säuren. Aufgrund seiner langen Haltbarkeit wird es oft für Zahneinlagefüllungen (-> Inlay) und Kronen verwendet.
, denn das ist viel zu weich. In der Zahnmedizin kommen Legierungen, also Mischungen aus Gold Gold
Es ist das dehnbarste aller Metalle und ist sehr widerstandsfähig gegen Säuren. Aufgrund seiner langen Haltbarkeit wird es oft für Zahneinlagefüllungen (-> Inlay) und Kronen verwendet.
und anderen Metallen, zum Einsatz. „Genau von diesen anderen Bestandteilen sowie der korrekten zahntechnischen Verarbeitung hängt neben der Haltbarkeit auch die Bioverträglichkeit Bioverträglichkeit
Beschreibt den Grad der Gewebeverträglichkeit eines in den Körper eingesetzten oder mit seiner Oberfläche in Kontakt kommenden Werkstoffes bzw. Medikamentes. Der Werkstoff Keramik besitzt eine sehr gute Bioverträglichkeit, ebenso wie Titan.
einer Goldlegierung ab“, erläutert Dr. Ahlers. Für besondere Anwendungen in der Zahnerhaltung wird heute oftmals reines Blattgold in Form so genannter Goldhämmerfüllungen eingesetzt. Das hierbei eingesetzt reine Gold Gold
Es ist das dehnbarste aller Metalle und ist sehr widerstandsfähig gegen Säuren. Aufgrund seiner langen Haltbarkeit wird es oft für Zahneinlagefüllungen (-> Inlay) und Kronen verwendet.
ist ebenfalls besonders biokompatibel. Allerdings ist diese Technik nur für sehr kleine Defekte geeignet.
Billig-Legierungen sind kritisch
Günstige Spar- oder Billig-Legierungen für den Zahnersatz Zahnersatz
Alle Formen zum Ersatz von Zahnteilen (z.B. Teilkrone), von verlorengegangenen Zähnen (z.B. Brücke) und/oder von Kieferanteilen (z.B. Totalprothese) aus künstlichen Materialien. Man unterscheidet festsitzenden (Kronen, Brücken) von herausnehmbarem Zahnersatz (Teilprothesen, Totalprothesen) sowie eine Kombination beider Formen.
sollte man genau unter die Lupe nehmen. Bestimmte Zusammensetzungen sind für den dauerhaften Einsatz im Mund ungeeignet. Bei rund 700 verschiedenen in Deutschland angebotenen Goldlegierungen fällt der Überblick aber schwer. „Wer auf Nummer Sicher gegen möchte, sollte vor der Behandlung das Gespräch mit dem Zahnarzt suchen“, rät Dr. Ahlers. Der Zahnarzt kann den Patienten über die Zusammensetzung der Legierungen informieren, die sein Zahntechniker verwendet, bekannte Allergien erfragen und so zu dem am besten geeignete Material finden.
